Artist's statement
In my works I want to share the personal experience I had in Megacities, such as Tokyo, with the audience.
After having spent one and a half years as an exchange student from 2005-2007 in Tokyo, my work is focused on metropolises and their inhabitants.
When I saw the incredible masses of people at places likethe Shinjuku station, which is one of the largest train stations in the world, and the famous crossing in Shibuya, I was as well shocked as intrigued.
I started first without any motives, I started to make photos of such crowds, that, for example, were crossing a street. At first glance, these photos were only an indefinable, colorful flicker; only at the Zoom, I discovered the individual.
Such an effect I would like to achieve with my work. The viewer is at first, perplexed by the mass of the painted people, but if he starts looking carefullier, he will discover each individual and all the details.
My works are not 1:1 pictures photographed street scenes, as I gather together the various components from different photos. The collage-like character I will step up in my next work, when I embed the "Crowds" in pictures of cities, and thus replace the pure white background. Various components of a city as the people who move within it, buildings, billboards, etc. are cut from different photos, and joined to a new city. A first step in this direction was made with the work "You or someone like you (Tokyo), " an acrylic / paper collage.
To create a three-dimensionality of my work, the painted with acrylic “Crowd”-level is fixed with 10 cm long, cylindrical spacers of 1 cm in diameter onto rear white painted wooden panels. By the distance that appears between the white backwall and the “Crowd”-Panel, the crowd casts a shadow on the backwall. So all the shadows you see in the photos of my works are real.
The manufacturing process is very complex ,as the human figures, even, if they hang together, are cut out manually with a jigsaw.
Some work, such as "Crowd 11 ", are made of aluminum. In this case I send a file of a computer-generated crowd to a company that cuts the aluminium with a water jet cutter. The spacers and the backwalls are in this case made of clear Plexiglas, and mounted by cylndric spacers made of the same material.
Sabrina Horak, 2012
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Sabrina Horak vertritt eine singuläre Position zwischen Skulptur, Malerei und Fotografie. Ihr Sujet sind Menschenmassen, wie sie in den internationalen shopping malls als globales Phänomen auftreten. Die Megacities Japans, wo sie zwei Jahre an der University of Art and Design in Tokyo Malerei studierte, boten Anschauungsmaterial. Ausgangspunkt ihrer Gestaltung ist der fokussierte Blick durch die Kamera. Die solchermaßen mediatisierte Erfahrung der Stadt und ihrer Bewohner transponiert Sabrina Horak in das Medium der Skulptur, um die Einzelfigur in ihrer Individualität neu zu definieren. Die postmoderne Visualität der mediatisierten, zweidimensionalen Bildwelt transformiert sie in die singuläre Form der dreidimensionalen, figuralen Gestaltung. Der soziologische und anthropologische Blickwinkel als Fotografin weicht in der künstlerischen Ausarbeitung einer individuellen Auseinandersetzung mit der Masse als Ansammlung von Leuten mit individuellen Erfahrungen, Wünschen und Träumen.
In diesem Prozess der Transformation behält sie verschiedene Elemente des zweidimensionalen, fotografischen Mediums bei: Die in geringem Abstand zur Wand montierten Figuren sind in ihrer Silhouette bildhaft, Ausschnitte aus größeren (nicht sichtbaren) Gruppierungen, als Körper werfen sie jedoch Schatten.
Das Retardierende der manuellen künstlerischen Bearbeitung wird vom Betrachter als intensives und spannendes Schauerlebnis nachvollzogen. Jeder Einzelfigur, die sie mit der Säge aus Holzplatten formt und bemalt, widmet sie allergrößte Aufmerksamkeit, um sie mit ihrer persönlichen Geschichte aufzuladen (Sabrina Horak). Betrachtet man diese Figuren näher, was dem Zoom-Vorgang in der Kamera entspricht, kann man feststellen, dass keine der anderen gleicht, alle aber in ihrer charakteristischen Bewegung, der Alltagskleidung, am Weg zum Arbeitsplatz oder beim Einkaufsbummel, plaudernd, essend, oder telefonierend, wie in der Endlosschleife einer Webcam auf den belebten Plätzen der Weltstädte von der Künstlerin bis ins Detail beschrieben werden.
Das Interesse an einer feinen Differenzierung und das narrative Moment rufen eine, bei näherer Betrachtung phantastische Vielfalt der Bilderzählungen hervor und erzeugen ein charakteristisches Spannungsfeld im Hinblick auf den scheinbar objektiven, Alles vereinheitlichenden, fotografischen Blick.
Durch diese Sichtweise werden von der Künstlerin aktuelle Fragen aufgeworfen, wie die nach dem Stellenwert des Individuums in der Konsumgesellschaft sowie nach den Möglichkeiten politischer Manipulation. In ihren Installationen zerfällt der Komplex der Menschenmenge in einzelne Charaktere mit ihren einzigartigen Erfahrungen, Gedanken und individuellen Gefühlsregungen. Dabei verbindet Sabrina Horak Positionen der zeitgenössischen Kunst, wie das Thema des Individuums in der postmodernen Konsumgesellschaft im Medium Skulptur in der Arbeit von Stephan Balkenhol, mit der fotografischen Interpretation des Phänomens Masse und Freizeitverhalten in den Aufnahmen von Andreas Gursky, Thomas Struth und Massimo Vitali. Ähnlich wie in den Fotografien des Italieners zeigen ihre Strandszenen einen Mikrokosmos des rituellen Freizeitverhaltens. In ihrer Installation The Beach, 2008, bildet sie figurenweise die individuelle und doch massenkonforme Haltung Einzelner in ihren bemalten Holzfiguren nach. Aus den vielfältigen Bewegungen ergeben sich Gruppierungen, welche die, sich auch aus den Farbakzenten ergebende visuelle Dynamik der Komposition nach Zufallsprinzip für den davor stehenden Betrachter lebendig macht. Dadurch entsteht einerseits der Eindruck lebendiger Vielfalt, es stellt sich aber auch die Frage nach dem individuellen Spielraum innerhalb genormter Lebensräume.
Diese äußerst witzige und intelligente Auseinandersetzung mit der Banalität der Masse als Lebenserfahrung des 21. Jahrhunderts durch verschiedene Medien charakterisiert die verheißungsvolle und interessante Arbeit der knapp 24jährigen Künstlerin. Ihre künstlerische Tätigkeit ist eine multilaterale Gratwanderung zwischen den Medien Fotografie, Malerei und Skulptur.
Sabrina Horak, die 2007 ihr Diplom an der Wiener Akademie erhielt, beteiligte sich im Jahr 2006 an der Ausstellung „Real. Junges Österreich“ in der Kunsthalle Krems. In Japan wurden ihre Arbeiten im Rahmen einer Ausstellung des Zokei Festivals gezeigt.
///Galerie Suppan Contemporary, 2008///